Eine wirklich nette Geschichte, jena - aber doch wohl eher für Lagerfeuer und Campingausflüge, um kleine Kinder zu gruseln.
ad_santiago und Irrwisch sprechen da im Grunde zwei (für mich) wesentliche Punkte an. Aber gehen wir mal alle "Fakten" und alles "Merkwürdige" in der Geschichte durch:
"Majdanpek" ist eine mir gänzlich unbekannte (allerdings existente) Stadt in Serbien. Ich muss sogar zugeben, dass ich zuerst an einen Schreibfehler dachte und vom Konzentrationslager Majdanek ausging, bis dann klar war, dass es sich tatsächlich um "Majdanpek" handelt.
In der Geschichte wird kein Datum (nichtmal ein Jahr), sondern schlicht ein grobes Jahrzehnt genannt, keine nähere Beschreibung der Örtlichkeit, keine nähere Beschreibung des Leichenzuges/-wagens und erst recht keine Namen.
Mit diesen unglaublich dünnen Informationen lässt sich kein Stück der Story überprüfen, selbst wenn sie tatsächlich stattgefunden haben sollte.
Wie ad_santiago schon erwähnte, sind Träume von verstorbenen Verwandten keine Seltenheit. Ich erinnere mich sehr selten an Träume - vielleicht an zwei oder drei in einem Jahr. Trotzdem bin ich mir ziemlich sicher, dass ich allein in den letzten zwei Jahren vom Sterben naher Verwandter geträumt habe. Passiert ist nichts. Als Medium/Wahrsager wäre ich eine absolute Pfeife. Schwamm drüber ...
Ich gehe allerdings noch einen Schritt weiter als ad_santiago: Ich sage, dass dieser Traum (wenn an der Geschichte tatsächlich etwas dran sein sollte) bewusst ausgelöst wurde. Der überraschende Tod eines Kindes beschäftigt die Eltern sehr. So viel´, das niemals geschehen wird (Hochzeit, Enkelkinder ...) - es ist nur natürlich sich damit auseinander zu setzen. Und wer kann widerlegen, dass die alte "Frau R" nicht eventuell tierisch einen an der Macke hatte und psychisch erkrankt war/betreut wurde?
Irrwisch bringt den nächsten wichtigen Punkt:
"Guten Tag, Herr Offizier. Meine Tochter ist vor ein paar Monaten/Jahren gestorben und hat mir dann im Traum aufgetragen, diesem verstorbenen Soldaten das Brautkleid ins Grab zu legen. Nicht dass Sie denken, ich frage Sie nun nach Ihrer Meinung oder einer Erlaubnis, aber es wäre freundlich, wenn sie mir den Sargdeckel aufhalten würden."
Mal ganz davon ab, dass aus den wenigen Infos auf die wir uns bei der Betrachtung des Ganzen stützen (Eingangspost) eindeutig steht, dass der Verlobte das Brautkleid "abholen/mitnehmen" wollte und es sich nicht hinterhertragen lassen müsste.
Ebenfalls skeptisch macht mich, dass die Eltern augenscheinlich keine Probleme damit hatten, den Soldaten ihre Geschichte glaubhaft zu verkaufen. Sie sogar problemlos anhalten konnten und abschließend hinter ihnen her fahren durften.
Warum fand dieser Transport eigentlich mitten in der Nacht statt? (Nicht, dass das jetzt ein "Gegenargument" wäre, aber sonderlich einleuchtend klingt das für mich nicht).
Wie dem auch sei ... ohne dir unterstellen zu wollen, dass du bewusst ein falsches Prädikat auf die Geschichten klebst, jena, so sage ich doch frei heraus: Wenn diese Geschichte wahr ist, dann fresse ich das Brautkleid.
Grüße,
Edit: Eine Quelle ohne Impressum oder eigene Quellenangabe(n) ist übrigens immer unter Vorbehalt zu betrachten!